Alessia: Zum Schmerz gesellt sich Armut

20. November 2019

«Bei der Arbeit, zuhause – ich kam überall an meine Grenzen», blickt Alessia auf die einschneidende Zeit zurück. Die alleinerziehende Mutter der 6-jährigen Ronja musste ihren Job als Kleinkinderzieherin aufgrund ihres chronischen Rückenleidens aufgeben. Die kleine Familie geriet in Armut. Die Solidarität ihres Umfelds und Organisationen wie Caritas halten sie über Wasser.

Seit neun Jahren leidet Alessia an chronischen Rückenschmerzen. Mehrmals hatte sie sich in den Notfall begeben müssen. Nichtsdestotrotz begann sie nach der Trennung von ihrem Mann wieder als Kleinkindererzieherin zu arbeiten. Sie wuchtete sich durch den Alltag, immer unter Schmerzen. Bis es einfach nicht mehr ging. Sie musste aufhören zu arbeiten. Heute ist sie in einer Schmerztherapie.

Die Krankheit, welche ständig im Nacken sitzt, bedeutet nicht nur Schmerzen für die betroffene Alessia, sondern auch Einschränkungen für ihre Tochter – so kommt es zu akuten Zeiten vor, dass sich Ronja selbst Essen machen muss, weil ihre Mutter vor Schmerzen nicht aufstehen kann.

 

 

«Zum regulären Preis kaufe ich selten etwas»

Weil Alessia alleinerziehend ist und aufgrund der Schmerzen nicht arbeiten kann, müssen sie und ihre Tochter mit 80% Krankentaggeld und der Alimentenbevorschussung für Ronja auskommen. Am Ende des Monats bleibt trotz ihrer bescheidenen Lebensweise wegen hoher Fixkosten für Krankenkasse, Versicherung, Miet-, Strom- und Heizkosten meist nichts übrig. Besonders eng wird es, wenn hohe Rechnungen anfallen, beispielsweise für Arztbesuche. Folglich ist Sparen an der Tagesordnung. «Ich kaufe selten etwas zum regulären Preis», sagt Alessia. Ihr ist es wichtig, dass ihre Tochter Ronja nicht unter der Situation leiden muss: «Ich kann zurückstecken, aber dass Ronja zurückstecken muss, ist eine meiner grössten Sorgen». 

Ohne Solidarität geht es nicht

Nur dank der Unterstützung von Personen aus ihrem Umfeld können Alessia und Ronja mit so wenig Geld auskommen. Anfangs war es nicht immer einfach, doch mit der Zeit hat Alessia gelernt, die Hilfe anzunehmen. Eine grosse Stütze ist ihre Mutter, die Ronja oft hütet und immer wieder etwas zur Familienkasse beisteuert. Andere Familienmitglieder, Freunde und Bekannte unterstützen sie ebenfalls regelmässig, indem sie beispielsweise immer wieder einen Sack mit getragenen Kinderkleidern schenken. Auch die Angebote der Caritas sind für die Familie eine enorme Hilfe: Im Caritas-Markt können sie vergünstigt Produkte für den täglichen Bedarf einkaufen und die KulturLegi ermöglicht es ihnen, in den Genuss von Freizeitaktivitäten wie Konzerten oder Zoobesuchen zu kommen, die sie sich sonst nicht leisten könnten. Dank Bescheidenheit, einer positiven Einstellung und der Solidarität von aussen packen Alessia und Ronja ihren Alltag.