Tatjana: «Ich bin in Armut geraten, weil ich alleinerziehend bin.»

3. Dezember 2019

Um sich und ihre Kinder Eliah (10) und Lola (3) durchzubringen, arbeitet Tatjana so viel es geht. Dennoch reicht das Geld nicht. Die Familie lebt in Armut. Wie Tatjana ergeht es Tausenden von alleinerziehenden Müttern in der Schweiz. Nur dank der Solidarität von aussen schaffen sie es, den Alltag zu bewältigen.

Tatjana muss ihre Kinder nach der Trennung von den Vätern alleine grossziehen. Seither schlägt sich die Kämpferin mit verschiedenen Jobs durch, um den Lebensunterhalt der Familie bestreiten zu können. Trotz Sozialhilfe ist das Geld sehr knapp. «Das können wir uns nicht leisten», ein Satz, den Tatjanas Kinder deshalb ständig hören müssen.

 

 

 

 

«Ich bin jeden Monat auf Null»

Tatjana ist alleine für den finanziellen Erhalt der Familie zuständig. Ihren ohnehin schlecht bezahlten Job kann sie zudem nur Teilzeit ausführen, weil Lola noch zu klein ist für den Kindergarten. Die hohen Kosten für einen Betreuungsplatz kann sie sich nicht leisten. Ein Teufelskreis, in dem viele alleinerziehende Mütter gefangen sind. Obwohl Tatjana Sozialhilfe bezieht, sind die Konten spätestens am Ende des Monats leer. Sie ist deshalb gezwungen, jeden Rappen umzudrehen. Ihre Kinder müssen auf vieles zu verzichten, was für andere selbstverständlich ist.

Alleinerziehend und armutsbetroffen – in der Schweiz kein Randphänomen

Alleinerziehende sind überdurchschnittlich von Armut betroffen. In der Schweiz lebt jede sechste alleinerziehende Person in Armut. Verglichen mit der Gesamtbevölkerung sind Personen dieser Bevölkerungsgruppe somit mehr als doppelt so häufig betroffen. Frauen, die ihre Kinder alleine grossziehen, sind einem besonders hohen Armutsrisiko ausgesetzt, weil sie bei gleicher Arbeit oft bedeutend weniger verdienen als Männer. Die Lebenschancen und Handlungsperspektiven sind wie bei allen Armutsbetroffenen ausserordentlich tief, doch Alleinerziehende werden zusätzlich dadurch belastet, dass sie sich oft alleine um die Kinder, den Haushalt und den finanziellen Erhalt der Familie kümmern müssen.



Solidarität hilft Betroffenen

Umso wichtiger ist Solidarität: Eliah und Lola werden regelmässig von Tatjanas Mutter gehütet.  Diese bringt bei jedem Besuch einen Sack mit Essen mit. Andere Familienmitglieder und Freunde greifen der Familie mit der Finanzierung einer neuen Sportausrüstung oder eines Kinderbuches unter die Arme. Und Betroffene wie Tatjana erfahren Unterstützung durch Caritas: Unter anderem können sie im Caritas-Markt vergünstigt Lebensmittel einkaufen oder sie kommen dank der KulturLegi in den Genuss von vergünstigten Freizeitangeboten.